
Gestern Nachmittag sind Helene und ich in Saigon, der groessten Stadt Vietnams, angekommen. Seit Ende des Vietnamkrieges heisst sie zwar offiziell Ho Chi Minh City (HCMC), der Name setzt sich aber nur langsam durch. Meiner Meinung nach klingt der Saigon eh ein wenig melodischer oder ich hege vielleicht eine kleine Abneigung gegen politisch motivierte Umbenennungen von Dingen. Die "Freedom Fries" in USA habe ich irgendwie auch nicht gemocht. Zurueck zu Vietnam! Mein erster Eindruck des Landes ist sehr positiv. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, es ist sehr warm und bis jetzt das billigste Land unserer Reise. Unseren Transfer vom Flughafen haben wir mit dem oeffentlichen Stadtbus gemacht und pro Person ca. 20 Cent bezahlt. Auf der Fahrt staunten wir nicht schlecht ueber die unglaubliche Masse an motorisierten Zweiraedern, es gibt schaetzungsweise 2 Millionen davon in der Stadt.
Als wir dann unsere Unterkunft gefunden und etwas gegessen hatten, waren wir ein wenig K.O. Helene ging es sogar noch ein wenig schlechter, aber das hat sich bis zum naechsten Morgen wieder gelegt.
Auf der heutigen Tagesordnung stand das "Kriegsopfermuseum", der Wiedervereinigungspalast und ein Spaziergang durch die Prachtstrasse HCMCs.

Der erste Teil war gepraegt von Eindruecken ueber eine schlimme Vergangenheit des Landes. Der Vietnamkrieg hat das Land sehr gepraegt und ist ein sehr dunkles Kapitel der Geschichte. Ohne die amerikanischen Kriegshandlungen zu verharmlosen, hinterlaesst die sehr einseitige (wirklich einseitige - bis vor einigen Jahren hiess das Museum noch Museum der Amerikanischen Kriegsverbrechen) Darstellung jedoch ebenfalls einen sehr faden Beigeschmack. Dieser setzte sich in der Mini-Propaganda-Vorstellung (die Fuehrung) des Wiedervereinigungspalastes fort.
Im Anschluss war dann endlich ein vietnamesischer Kaffee faellig. Dieser war ziemlich stark und hat so wie ein 4-facher Espresso geschmeckt, also sehr gut! Am Abend sind wir dann noch die Dong Khoi entlang geschlendert und haben das moderne Vietnam erlebt. Das moderne Gesicht der Stadt sieht deutlich anders aus.

Die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes zeichnet sich durch verstaerkte Einkaufsmoeglichkeiten vor allem in den oberen Preissegmenten ab. Die Stadtviertel am Saigon-Fluss sind eine einzige Baustelle und es wachsen Wolkenkratzer von mehreren hundert Metern wie Pilze aus dem Boden.
Nun wende ich mich wieder meinem persoenlichen Saigon (einem kuehlen Bier) zu! Bis bald
Euer Christoph (Helene gruesst aus dem Massage-Paradies)
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